Editorial

Vorbemerkung:
Der “Digger” will ein Sensorium erarbeiten für jene Phänomene, die gemeinhin der Theorie als Abstraktionsform versperrt bleiben. Dies umfaßt die Konstitutionsmomente emanzipatorischer Lebensformen, sowie deren Verhinderung durch die Reproduktionen der Formen der gegenwärtigen Alltäglichkeit. Eine solche Genealogie materieller Kultur bezieht neben den großen gesellschaftlichen Klassenkämpfen die Mikrologien des Alltags ein, bedenkt Abgedrängtes, Traditionsreste, Kunst, Libertäres; aber auch Macht, Herrschaft von unten – die Doppelschlächtigkeit subgeschichtlicher Prozesse, die sich im Alltagsleben erhalten und gestalten. Im “Digger” soll also ein Organon herausgebildet werden, das die Mikrologien des Alltags in sich aufnehmen kann, sich hieran verändern kann.

Quelle: Digger 2. Erschienen 1979/1980 als Zeitschrift des Instituts für Sozialhistorische Forschung (SOHF) e.V. .