Nachruf auf Cajo Brendel

Der international bekannte holländische Rätekommunist Cajo Brendel ist am 25. Juni 2007 gestorben.

Piet Rademakers, Hengelo (NL) | Helmut Reinicke, Mas de Fabregues (F)

Der international bekannte holländische Rätekommunist Cajo Brendel ist am 25. Juni 2007 verstorben. Er ist sein Leben lang, beeinflusst von Otto Rühle, Herman Gorter und Anton Pannekoek, für die Sache der Selbstbestimmung der Arbeiter eingetreten, – gegen die Bevormundung von Parteien, Gewerkschaften oder selbsternannten Avantgarden. Seine Bücher, Aufsätze, Broschüren – er war 1936 bei den großen Streiks in Frankreich dabei, 1937 bei den Kämpfen der Bergarbeiter in der belgischen Borinage, nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland, Belgien, den Niederlanden, immer wieder in England – zu Fragen der sozialen Bewegungen, auf Tagungen, in den verschiedenen Schattierungen der Arbeiter- und Studentenbewegungen, zumal seine weltweite Korrespondenz legen hiervon Zeugnis ab. Sein sprichwörtliches Gedächtnis, seine gründliche Kenntnis der Klassiker (Marx, Engels, Pannekoek), seine internationale Kenntnis sozialer Bewegungen und politischer Gruppen machten ihn zu einem gesuchten und gefürchteten Diskutanten über die Klassenkämpfe des 20. Jahrhunderts.

Die Bücher Cajo Brendels geben Stationen seines Lebens wieder, so „Autonome Klassenkämpfe in England 1945-1972“ (Berlin 1974), „Revolution und Konterrevolution in Spanien“ (Baarn 1977), „Thesen über die Chinesische Revolution“(Hamburg 1977) – in viele Sprachen übersetzt, u.a. ins Koreanische, verbreitet im Underground Chinas – oder „Anton Pannekoek. Denker der Revolution“(Freiburg 2001).
Der Unrast-Verlag plant unter dem Titel „Die Revolution ist keine Parteisache“ eine Textsammlung. Viele seiner zahllosen Schriften, sowie sein ganzes Privatarchiv liegen im Institut für Sozialgeschichte in Amsterdam.

Materialsammlungen im Internet sind zu finden unter www.infopartisan.net/archive/brendel/index.html .